Kita Guter Hirte: Gemeinsam losgehen
25. September 2026
Die neu eröffnete Kita Guter Hirte zeigt, wie aus leeren Räumen durch Engagement, Begegnung und Vertrauen ein lebendiger Ort für Kinder wird.
Wo leere Räume zu einem Ort der Begegnung werden
Eine neue Kita zu eröffnen, klingt zunächst nach einem schönen und aufregenden Start. Doch als unser Team zum ersten Mal zusammentraf, war von einem fertigen Kindergarten noch nicht viel zu sehen. Die Räume waren komplett leer. Keine Möbel, kein Telefon, kein Internet und für große Werbeaktionen gab es kein Geld. Darüber hinaus waren viele der Verantwortlichen gerade im Urlaub.
Und so standen die Mitarbeitenden zunächst einmal gemeinsam in diesen leeren Räumen. Menschen, die sich teilweise zum ersten Mal begegneten. Noch gab es keine Kinder, keinen geregelten Alltag und kaum etwas, woran man sich hätte festhalten können. Aber es gab etwas anderes: Begeisterung, Neugier und den Wunsch, gemeinsam etwas aufzubauen
Gemeinsam Haltung entwickeln
In diesen ersten Tagen ging es nicht nur um Möbel, Räume und organisatorische Fragen. Das Team sprach über die eigene Haltung, über Werte und Leitbilder, darüber, wie die Kita ein Ort werden sollte, an dem Kinder und Familien sich willkommen und angenommen fühlen. Und bald wurde deutlich: Wir wollten nicht einfach darauf warten, dass irgendwann jemand kommt und sich um all das kümmert. Wir wollten selbst anfangen.
Doch dann kam die entscheidende Frage: Woher sollen mitten im Kita-Jahr plötzlich Kinder kommen?
Nicht warten, sondern auf Menschen zugehen
Die Erzieherinnen waren bereit, die Räume waren bereit, nur die Kinder fehlten noch. Also hieß es: nicht abwarten, sondern auf Menschen zugehen. Das Team malte Plakate, hängte sie auf und verteilte Flyer. Es entstanden Gespräche mit Nachbarinnen und Nachbarn, Begegnungen auf Spielplätzen und viele ganz persönliche Kontakte.
Besonders der Tag der offenen Tür wurde zu einem kleinen Fest. Viele Menschen kamen, wollten die neue Kita kennenlernen und neugierig einen Blick hineinwerfen. Für manche war es zugleich der erste, vielleicht ungewohnte Kontakt mit Kirche. Es wurden Fragen gestellt, Vorbehalte ausgesprochen und Geschichten erzählt. Manche Eltern hatten zunächst gar nicht vor, ihr Kind in einer Kita anzumelden. Andere hatten Berührungsängste mit Kirche.
Wenn aus Neugier Vertrauen wächst
Aber Begegnung verändert. Aus einem kurzen Gespräch wurde ein weiteres Gespräch. Aus Neugier wurde Vertrauen. Familien kamen wieder und brachten Nachbarn und Freunde mit. Nach und nach wurden die ersten Kinder angemeldet, weitere folgten.
Vielleicht ist genau das aufsuchende Seelsorge: nicht darauf zu warten, dass Menschen zu uns kommen, sondern selbst hinauszugehen. Türen zu öffnen, Beziehungen anzubieten, zuzuhören und einfach da zu sein. Ohne große Worte, aber mit Offenheit und echtem Interesse.
Ein Haus voller Leben
Heute ist es eine große Freude zu sehen, wie die Kinder das wunderschöne, großzügige Haus mit Leben füllen. Wo am Anfang leere Räume und viele Fragezeichen waren, ist nun Kinderlachen zu hören.
Die Mühe, die Offenheit und das Engagement haben sich gelohnt. Und vielleicht hat sich dabei noch etwas anderes geöffnet: nicht nur die Türen der Kita, sondern auch Türen zwischen Menschen und der Kirche.